Dienstag, 1. april 2008

Eliza und Fatima sind junge Mädchen, als bei einem Anschlag auf ihr kleines Dorf sämtliche Familienmitglieder ermordet werden. Die zwei Mädchen, völlig auf sich allein gestellt und verängstigt, werden entführt und in den Harem des Sultans Abdülhamid verschleppt. Im Yildizpalast angekommen, müssen sie sich in eine Welt voller Intrigen und Hierarchien fügen. Eliza hofft und träumt, so schnell wie möglich diesen goldenen Käfig verlassen zu können. Fatima hingegen träumt davon, die persönliche Nummer 1 des Sultans zu werden, was sie auch bald schafft. Fatima, die kurdische Muslimin, Eliza, die armenische Christin, sind zwei Frauen, die unterschiedlicher wohl nicht sein können, deren Freundschaft aber alle Hürden übersteht. Dann wird der Sultan abgesetzt, der Harem wird aufgelöst und die zwei jungen Frauen stehen, wieder einmal, vor dem Nichts.

Während Eliza völlig mittellos auf der Straße steht, lernt Fatima einen Militäroberst kennen, der sie heiratet, der jedoch ihren geliebten Sohn, den Sohn des Sultans, aus tiefster Seele hasst. Doch auch Eliza findet bald ihr Glück, der deutsche Arzt Felix Möbius erobert ihr Herz im Sturm, allerdings wartet auf ihn eine Frau in Deutschland. Dann wird Felix zum Spielball der Mächte, werden Eliza und Fatima jemals wirklich glücklich werden, wird ihre Freundschaft diese Krisen überdauern?

Peter Prange zeichnet ein wahrhaft fantastisches Bild einer uns völlig fremden Welt. Er lässt die Zeit des letzten Harems vor den Augen des Hörers auferstehen und zeigt dies in einer so authentischen Darstellung voller Licht und Schatten, dass man das Gefühl hat, mitten dabei zu sein. Nana Spier vertieft dieses noch durch ihre gefühlvolle, flüssige und fesselnde Stimme, die ab der ersten Minute die richtige atmosphärische Intensität schafft. Nana Spier und Peter Prange nehmen den Hörer auf eine Reise in eine längst vergangen Zeit mit, die alle Fans von historischen Romanen begeistern wird. Peter Prange hat mit „Der letzte Harem“ eine Geschichte geschaffen, die auch vor den dunklen Seiten der türkischen Geschichte, die Pogrome gegen die Armenier, nicht halt macht und diese Zeit der Umbrüche in der Türkei in einen zauberhaften Roman bettet.

Ein Hörbuch zum Genießen und Träumen, ein Hörbuch, das zum Nachdenken anregt und beste Unterhaltung und Wissensvermittlung bietet!


Der letzte Harem“ ist eine bearbeitete Romanfassung auf sechs CDs mit einer Gesamtlaufzeit von 464 Minuten.

Nana Spier, geboren 1971, leiht ihre angenehme Stimme unter anderem Drew Barrymore, Sarah Michelle Gellar und Sandra Bullock. Außerdem tritt sie in Fernsehserien auf, u.a. als Schwester Elke in Dr. Sommerfeld-Neues vom Bülowbogen. Sie interpretiert die unterschiedlichsten Hörbuchtexte mit Gefühl und dramatischem Gespür.

Peter Prange, geboren 1955, promovierte mit einer Arbeit zur Philosophie und Sittengeschichte der Aufklärung. Nach seinem Durchbruch als Romanautor mit "Das Bernstein-Amulett" folgte die grandiose Weltenbauer-Trilogie: "Die Principessa", "Die Philosophin" und "Die Rebellin". Peter Prange lebt als freier Schriftsteller in Tübingen.

von bibihexe76 veröffentlicht in: Hörbücher-Rezensionen
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Dienstag, 1. april 2008

England 1455. Die Häuser Lancaster und York streiten über das Recht auf den Thron. Der derzeitige König liebt die Kirche mehr als sein Land und so pflegt er kirchliche Gebräuche sowie seine Schwermut, anstatt sich um die Belange Englands zu kümmern. Nicht gerade hilfreich ist seine französische Frau, die beim Volk sehr unbeliebt ist. So nutzt Edward seine Chance in der Schlacht von Towton und besteigt den Thron. Doch die Lancasterianer kämpfen weiterhin für ihren König Henry und schaffen es, ihn ein zweites Mal auf den Thron zu bringen, was jedoch nicht lange gut geht. König Edward IV. übernimmt abermals die Regierungsgeschäfte, der später aber einer Intrige seines eigenen Bruders zum Opfer fällt.

Henry Tudor, ein Opfer der Yorkisten, die ihn mehrere Jahre lang als Geisel in Wales hielten, schwört Rache, unterstützt von seiner Familie, die ihn auf dem Thron sehen will. Doch bis dieser seinen Triumph genießen kann, vergeht viel Zeit und die Rosenkriege beherrschen alles.

Julian, überzeugter Lancasterianer, steht wie eine Eins hinter dem König und sogar hinter der umstrittenen Königin Margarete von Anjou. Doch dieser Glaube wird erschüttert, ein erbitterter Streit mit seinem Vater führt zum Zerwürfnis, doch Julian muss schon bald einsehen, dass sein Vater Recht hatte...

Und auch Julians Schwester Blanche hat mit dem Schicksal zu kämpfen, ihr Ehemann schlägt sie immer wieder und als er dies einmal massiv übertreibt, schlägt ihm Blanche im Affekt die Hand ab und flüchtet. Fortan lebt sie auf der ständigen Flucht vor dem Gesetz und lernt so Jasper Tudor in Wales kennen und lieben. Da jedoch beide noch verheiratet sind, steht diese Liebe unter keinem guten Stern.

Zwischen all diesen Intrigen und Ränkespielen müssen Blanche und Julian ihre Prinzipien vertreten und um ihr Leben kämpfen, die Rosenkriege haben sie alle im Griff...

Der dritte Teil ist wohl der stärkste, mit vielen historischen Persönlichkeiten, viel mehr Politik und Intrigen, die Liebe tritt dieses Mal fast völlig in den Hintergrund. Es ist ein grandioser Abschluss der Trilogie, die ihren einzigen Makel in der Wahl der Sprecher hat.

Martin May las hervorragend und fesselnd die zwei Vorgängerromane der Waringhamtrilogie. Diesen dritten Teil hier lesen Rebecca Gablé sowie Detlef Bierstedt abwechselnd. Bierstedt oder Gablé allein lesen zu lassen, wäre die bessere Lösung gelesen, da beide den Figuren ganz andere Nuancierungen geben, so dass man noch angestrengter zuhören muss, wer nun gemeint ist. Bierstedt liest nahezu ebenso fesselnd und mitreißend wie Martin May und ist ein gelungener Ersatz. Rebecca Gablé liest teils sehr verkrampft, wie abgelesen, zu schnell und mit wenig Gefühl. Schade. Der Abschluss der Waringhamtrilogie hätte etwas besseres verdient...Das Hörbuch braucht so einen äußerst gewillten Zuhörer, der bereit ist, sich auf die gesamten 22 Stunden einzulassen.

Das Spiel der Könige“ ist eine inszenierte Lesung auf achtzehn CDs mit einer Gesamtspielzeit von 1330 Minuten. Besonders schön ist die liebevolle Gestaltung als Pappbox gelungen, der noch ein Stammbaum im Posterformat der Waringham-Familie zugefügt ist.

Detlef Bierstedt ist ein gefragter Synchronsprecher, der u.a. George Clooney und Jonathan Frakes (Star Trek) seine Stimme leiht und mit viel Begeisterung Hörbücher interpretiert.

Rebecca Gablé, Jahrgang 1964, studierte nach mehrjähriger Berufstätigkeit Anglistik und Germanistik mit Schwerpunkt Mediävistik in Düsseldorf. Sie wirkte an einem Projekt zur Erforschung anglonormannischer Manuskripte mit. Diese Forschungsergebnisse flossen in ihre weitere literarische Arbeit mit ein. Heute arbeitet sie als freie Autorin und Literaturübersetzerin. Ihr erster Roman Jagdfieber wurde 1996 für den Glauser-Krimipreis nominiert. Neben der Literatur gilt ihr Interesse der (mittelalterlichen) Geschichte, dem Theater und vor allem der Musik in fast jeder Erscheinungsform. Sie spielt Klavier, Gitarre und Cello und singt seit vielen Jahren in einer Rockband.

von bibihexe76 veröffentlicht in: Hörbücher-Rezensionen
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Sonntag, 30. märz 2008

Andreas Meisfeld, genannt Andi, ist 15 Jahre jung und ein großer Musikliebhaber. An sich ist er ein unauffälliger Typ, aber sobald er ein Abenteuer erschnuppert hat, mittendrin. Sein bester Freund Armin unterstützt ihn natürlich bei all diesen Abenteuern und ist der ruhende Pol.

Gemeinsam leben die zwei Ameisenteenager in Meisenstedt und gehen dort zur Schule. Als sich an dieser die Diebstähle häufen, versuchen die Freunde zu ermitteln, doch dabei geraten sie selbst in Verdacht. Andi wird zur Königin Arianne von der Meisenbrücke gerufen und muss sich erklären. Die Königin jedoch glaubt ihm und ernennt Armin zum Jungameisenagenten. Andi und Armin stoßen so sehr schnell auf die gefährlichen und fiesen Machenschaften des Termitenkopftrios. Doch werden die zwei Teenager den Verbrechern das Handwerk legen können?

Andi Meisfeld und das Termitenkopftrio“ ist der Auftakt einer neuen Serie aus dem Hause Dreamland. Die Reihe zielt auf ein sehr junges Publikum, fesselt durchaus aber auch erwachsene Hörer. Hörspielfans werden viel Freude an dieser Geschichte und ihrer wunderbaren Umsetzung haben. Man merkt dem gesamten Team die Freude an dieser Produktion in jedem Ton, jedem Effekt, jedem Wort an. Zahlreiche Wortspiele, die auf die Ameisenwelt zugeschnitten sind, machen die Geschichte rund und halten den Hörer so von der Stoptaste fern.

Andi Meisfeld ist ein Hörspaß für die ganze Familie!

Viele Sprecher hauchen diesem Hörspiel ihr Leben ein, bekannte (wie Eckart Dux und Konrad Halver) und unbekannte nehmen den Hörer mit auf eine Reise in die Welt der Ameisen. Im kleinen Booklet werden die Protagonisten abgebildet und genauer vorgestellt

Mein persönliches Fazit: „Andi Meisfeld und das Termitenkopftrio“ waren wohl die schönsten 45 Minuten des Monats. Andi Meisfeld und seine Macher haben in mir auf jeden Fall einen neuen Fan gewonnen!

Weitere Informationen auf: www.andi-meisfeld.de



von bibihexe76 veröffentlicht in: Hörspiele-Rezensionen
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Sonntag, 30. märz 2008

In neunzehn Minuten kann man den Rasen vor dem Haus mähen, sich die Haare färben, Brötchen backen, sich vom Zahnarzt eine Füllung machen lassen oder die Wäsche für eine fünfköpfige Familie zusammenlegen. Neunzehn Minuten dauert die Fahrt mit dem Auto von der Grenze Vermonts nach Sterling in New Hampshire. In neunzehn Minuten kann man einem Kind eine Gutenachtgeschichte vorlesen oder einen Ölwechsel machen lassen. Man kann eine Meile gehen. Man kann einen Saum nähen. In neunzehn Minuten kann man die Welt anhalten oder einfach von ihr abspringen. In neunzehn Minuten kann man Rache nehmen.“

Sterling, New Hampshire. Ein ruhiger beschaulicher Ort mit freundlichen und friedlichen Menschen. Doch kennt hier wirklich jeder jeden so gut, wie angenommen?

Peter Houghton ist Schüler der Highschool und wird seit seinem ersten Schultag gehänselt und gemobbt. Nun ist er 17 Jahre alt und am Ende seiner Kräfte und schließt so einen perfiden Plan. Eines Morgens betritt er die Schule und richtet in neunzehn Minuten die, die ihm das Leben bislang zur Hölle gemacht haben. Zahlreiche Schüler sterben, andere werden schwer verletzt. Unter ihnen auch seine ehemals beste Freundin, Josie Cormier, Tochter der ansässigen Richterin, die sich jedoch an den Amoklauf nicht mehr erinnern kann. Der Ort steht unter Schock.

Doch dieser Schock weicht bald einer Medienhetze und schon bald sinnen auch die Bewohner von Sterling auf Rache, denn Peter lebt ja schließlich immer noch. Schon bald beginnt der Prozess, der für Peters Verteidiger kein leichter Job ist, seine Aufgabe besteht darin, das Gericht davon zu überzeugen, dass Peter in erster Linie Opfer ist, Opfer jahrelanger Demütigungen. Der eigentlich so wohlerzogene gute Junge Peter wird zum Monster deklariert, die Eltern aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Alle wollen wissen, warum hat er das getan. Doch ist das wirklich so einfach zu klären?

In den Büchern von Jodi Picoult lernt man die Geschichte aus zahlreichen Perspektiven kennen, es gibt hier kein Schwarz oder Weiß, sondern auch zahlreiche Schattierungen dazwischen, was ihre Bücher so tiefsinnig und lesenwert macht. Umso schöner, dass endlich auch eines ihrer Bücher als Hörbuch vorliegt. Noch schöner, wenn diese Produktion dann so gelungen ist wie diese. Sechs verschiedene Sprecher lassen den Hörer eintauchen in eine Welt, die uns aus zahlreichen Nachrichtensendungen über Schulmassaker bekannt scheint. Doch wer sind die Täter wirklich, was für ein Leben hatten sie, was hat sie geprägt? Jodi Picoult zeichnet hier ein Täterprofil, in dem der Hörer Verständnis bekommt für das, was in den furchtbaren 19 Minuten geschehen ist. Die Geschichte gewinnt hier durch die Darstellung der Mehrstimmigkeit der Sprecher, Schicksal und Lebensweg des Protagonisten werden dem Hörer sehr nah gebracht und garantieren so stundenlange Spannung, die den Hörer nahezu atem- und sprachlos zurücklässt. Gelungen ist auch hier Picoults Kunstgriff, Figuren aus bereits erschienen Büchern in die Geschichte einzubinden, so kehrt u.a. Nina Frost aus „Die Macht des Zweifels“ zurück.

19 Minuten“ ist eine gelungene szenische Lesung und macht es dem Hörer nicht allzu leicht, was aber an der Erzähltaktik der Autorin liegt. Man lauscht hier hinter die Kulissen eines Prozesses, der nicht so einfach zu führen ist, wie es anfangs scheint.

Mit viel Gefühl nehmen die sechs Sprecher ihre Hörer gefangen, sie verstehen gekonnt, eine beklemmende Atmosphäre zu transportieren und lesen diese Geschichte mit genau den zahlreichen Zwischentönen, die so typisch sind für Jodi Picoult. Ein Hörbuch auf atemberaubenden acht CDs, die unter die Haut gehen, die nachdenklich stimmen und einfühlsam inszeniert wurden.

19 Minuten“ ist eine gekürzte szenische Lesung auf acht CDs mit einer Gesamtlaufzeit von 586 Minuten.

Jodi Picoult, geboren 1967 auf Long Island, veröffentlichte 1992 ihren ersten Roman, der sofort zu einem großen Erfolg wurde. 2003 wurde sie mit dem New England Book Award ausgezeichnet. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann und drei Kindern in Hanover, New Hampshire. Mit dem Roman »Beim Leben meiner Schwester«, der wochenlang auf den Bestsellerlisten stand, gelang ihr der Durchbruch in den USA. Sie gehört inzwischen zu den erfolgreichsten amerikanischen Erzählerinnen weltweit und wurde 2007 in England zur Autorin des Jahres gewählt. Zuletzt erschienen auf Deutsch »Die Wahrheit meines Vaters« und »Neunzehn Minuten«.

von bibihexe76 veröffentlicht in: Hörbücher-Rezensionen
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Sonntag, 30. märz 2008

Jan Weiler hat bereits mit „Liebe Sabine“ bewiesen, dass Hörspiele neben den Büchern sein Ding sind. Jetzt gibt es endlich sein Erfolgswerk „Maria, ihm schmeckt's nicht“ als Hörspiel.

Das Hörspiel in den Händen, bereitet es bereits die erste – positive – Überraschung. „Maria, ihm schmeckt's nicht“ kommt im Pizzakarton im Miniformat daher und ist allein daher schon eine Besonderheit im Hörspielregal. Doch auch der Inhalt kann überzeugen.

Jan Weiler steht gemeinsam mit Sara vor der Tür ihrer Eltern, sie wollen ihre Vermählung bekanntgeben und Jan ist nervös, weil er ihre Eltern bislang nur aus Erzählungen kennt. Antonio, sein zukünftiger Schwiegervater, ist ein ganz besonderer Mensch, der seit vielen Jahren in Deutschland lebt und Italien vermisst, wenn er in Deutschland ist und Deutschland vermisst, wenn er in Italien ist. Doch Antonio schließt Jan schnell in sein Herz und so ist die Hochzeit beschlossene Sache. Da Italien doch sehr weit weg ist, können nicht alle Verwandten von Sara kommen, doch diese lassen sich nicht lumpen und schenken dem Paar einen riesigen Schwan aus Porzellan, in dessen Rücken man Bonbons füllen kann. Jan ist neugierig auf die Menschen, die solche Geschenke machen und so macht sich die gesamte Familie auf die Reise nach Italien. Jan wird in die italienischen Traditionen und Gepflogenheiten eingewiesen, mal mehr, mal weniger erfolgreich und nicht selten hört er die beleidigte Stimme: „Maria, ihm schmeckt's nicht.“

Es bleibt nicht bei diesem einen Besuch, Jan wird von Antonio eingeladen, ein Möbelstück zur Familie zu bringen. Diese Reise wird Jan noch sehr sehr lange im Gedächtnis bleiben...

Verteilte Rollen, die wechselnden Sprecher sowie diverse Geräusch-Effekte sorgen für Lebendigkeit und Bildhaftigkeit, wie sie einer Geschichte über Italien gebührt. Mal traurig, mal witzig kommt die Geschichte daher und gewinnt durch die Hörspielfassung an Tiefe. Konrad Beikirchner als Antonio liefert eine grandiose Leistung ab und trägt die Geschichte nahezu allein. Wenn man nicht genau wüsste, dass er nicht der wahre Schwiegervater Jan Weilers ist, würde man ihm diese Rolle auf jeden Fall so abnehmen. Dadurch, dass Jan Weiler seinen Part selbst spricht, wirkt dieses Hörspiel noch authentischer. Ein absolut gelungenes Hörspiel, das Lust macht auf „Antonio im Wunderland“ in Hörspielform. Leonard Koppelmann, der Regisseur, hat diese Geschichte perfekt umgesetzt – ein Hörvergnügen par excellence. Ein Hörspiel, dass die Lachmuskulatur strapaziert und trainiert! Absolute Empfehlung!

Maria, ihm schmeckt's nicht“ ist ein Hörspiel auf zwei CDs mit einer Gesamtlaufzeit von 140 Minuten.

Jan Weiler, 1967 in Düsseldorf geboren, arbeitet als Texter in der Werbung und war lange Jahre Chefredakteur des Süddeutsche Zeitung Magazins. Mit seiner Frau und seinen zwei Kinder lebt er in Ambach.

von bibihexe76 veröffentlicht in: Hörspiele-Rezensionen
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Sonntag, 30. märz 2008

Ich pflege einen sehr engen Kontakt zu meinen Körperausscheidungen.“

Helen Memel ist 18 Jahre alt, Schülerin und ihre Hobbies sind: Avocadokerne sammeln, stätiger Geschlechtsverkehrt mit wechselnden Partnern und die Verbreitung diverser Bakterien auf die ein oder andere Art. Schon seit langem wird sie von blumenkohlartigen Hämorrhoiden geplagt, die ihr nun, nach einer äußerst missglückten Intimrasur, eine schmerzhafte Analfissur beschert haben. Helen wird im Krankenhaus Maria Hilf auf der Inneren aufgenommen und operiert. Helen ist ein Scheidungs“kind“ und hat nun die Hoffnung, die Eltern durch die Sorge um ihre Tochter wieder zusammenzuführen. Der größte Teil des Tages wird aber mit Experimenten gefüllt. Experimente, die sich mit sämtlichen Körperöffnungen befasst. Krankenpfleger Robin muss ihre Wunde fotografieren, damit sie sich überhaupt vorstellen kann, wie es dort nach der OP aussieht und überhaupt muss Robin für viele intime Fragen herhalten. Helen versinkt in Gedanken an Hygienevorstellungen, die sie doch sehr von anderen Menschen unterscheidet, tauscht sie doch z.B. mit ihrer besten Freundin benutzte Tampons und beschwört damit eine ganz neue Definition von „Blutsschwesternschaft“. Sie sinniert über Masturbationstechniken, Beinrasuren, die von wildfremden Männern ausgeführt werden, Analverkehr, Smegma als Parfumersatz und Sexandenkenkaubonbons. Sehr provokant und unmädchenhaft erzählt und grübelt sie über alles, was sie bewegt und erlebt hat und auch als ihre ungestüme Neugier ihr eine erneute Operation, gar eine Notoperation, einbringen, hört sie nicht auf. Durch die Not-OP wird auch ihre Hoffnung immer größer, dass ihre Eltern wieder zueinanderfinden können, hat Helen doch den Selbstmordversuch ihrer Mutter nie wirklich verwunden und will darüber reden. Robin jedenfalls kümmert sich sehr rührend um Helen, der die nicht alltägliche Patientin umhegt, pflegt, und...

Dadurch, dass Charlotte Roche ihren Text selbst liest, gewinnt die an sich doch sehr eklige Geschichte an Witz und Wirkung. Wer sich auf die Geschichte einlassen kann, kann so ein Hörbuch erleben, das es vorher in solch einer Form noch nicht gab. Die Autorin sagt, „zu siebzig Prozent sei sie das selbst“ und man mag eigentlich lieber gar nicht wissen, welche siebzig Prozent das wirklich sind. Fakt ist jedoch, dass man Charlotte Roche die Freude an ihrem Text abnimmt und in jedem Ton spüren kann. „Feuchtgebiete“ ist, wie der Name schon verspricht, kein trockener Text, sondern lebt von der radikalen Schreib- und Erzählweise Roches. Charlotte Roche entführt den Hörer mit „Feuchtgebiete“ auf eine Reise in den Tabubruch schlechthin, sehr unsentimental und ironisch, aber auch tragisch und sensibel schildert sie die Geschichte der Helen Memel.

Feuchtgebiete“ ist eine ungekürzte Lesung auf fünf CDs mit einer Gesamtspielzeit von 334 Minuten.

Charlotte Roche wurde 1978 in High Wycombe/England geboren und wuchs in Deutschland auf. Für ihre Arbeit als Fernsehmoderatorin u.a. für Viva, arte und das ZDF wurde sie mit dem Grimme-Preis und dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet. Charlotte Roche lebt in Köln, sie ist verheiratet und hat ein Kind. »Feuchtgebiete« ist ihr erster Roman.

von bibihexe76 veröffentlicht in: Hörbücher-Rezensionen
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Mittwoch, 26. märz 2008

Bella hat ein Problem. Wohingegen all ihre Schulfreunde darauf warten, endlich 18 Jahre zu werden, graust es ihr vor diesem Tag. Bella will auf gar keinen Fall älter als ihr geliebter Edward werden. Sie versucht um jeden Preis, Edward davon zu überzeugen, sie ebenfalls zum Vampir zu machen, doch er lehnt ab.

Dann ist er da, Bellas Geburtstag. Und dieser entwickelt sich wahrlich zu einem furchtbaren Erlebnis. Die Cullens haben den Wunsch Bellas, ihren Geburtstag zu ignorieren, ignoriert und geben am Abend eine Party für sie. Da geschieht das Unvermeidliche, Bella verletzt sich und obwohl die Wunde winzig ist, können sich Jasper und auch Edward vor Durst kaum zurückhalten. Edward muss einsehen, dass eine Beziehung zu Bella schwierig ist und zieht sich zurück. Die gesamte Familie Cullen verlässt Forks und damit auch Bella, die nun allein ist. Ihre schöne Welt bricht völlig zusammen und verzweifelt immer mehr. Leer sind ihre Tagebucheinträge im Oktober, November und Dezember. Erst nach und nach wacht sie wieder auf und kehrt ins Leben zurück, in ein Leben ohne Edward.

Bald schon aber merkt sie, wie sie Edward zumindest wieder hören kann. In den Momenten, in denen sie in Gefahr ist, spricht er zu ihr. So überlegt sie, was für einen Tollpatsch wie sie, am gefährlichsten ist und entscheidet sich für zwei Motorräder. Da diese nicht ganz in Ordnung sind, bringt sie sie zu ihrem alten Kumpel Jacob Black nach La Push. Die zwei verbringen viel Zeit miteinander und Bella merkt, dass auch Jacob sehr nett ist. Gerade, als sie sich ihm öffnen will und wirklich Vertrauen gefasst hat, beginnt Jacob sich zurückzuziehen – was hat Jacob auf einmal zu verbergen? Und wer ist die fremde Vampirin, die auf einmal auftaucht? Werden Bella und Edward sich wiedersehen?

Edwardfans dürfte der zweite Teil der Geschichte nicht unbedingt gefallen, kommt er doch fast nur nebenbei in der Geschichte vor und Bella nähert sich Jacob an.

Leider liest auch dieses Mal wieder Ulrike Grote die wunderschöne emotionale Geschichte rund um Bella und Edward. Erschreckend gefühllos liest Grote vor allem die Monate völliger Verzweiflung, in denen sie leidet, verzweifelt und beinahe zerbricht. Und auch sonst vermag sie die Emotionen dieser Geschichte nicht wirklich zu vermitteln. Die Figuren wirken durch Grote eher kalt, ohne Gefühle und die gesamte Geschichte verliert an Spannung. Ulrike Grote zeigt u.a. in „Wendekreis der Nacht“ eine fabelhafte Leistung, hier kann sie an diese Leistung nicht anknüpfen. Lebendig zwar erzählt sie von der großen Liebe zwischen dem Vampir Edward und dem Mädchen Bella, doch sie erreicht die Hörer nicht im Herzen. Schade...

Bis(s) zur Mittagsstunde ist eine gekürzte Lesung auf sechs CDs mit einer Gesamtspielzeit von 465 Minuten.

Ulrike Grote spielte nach der Schauspielausbildung im Ensemble des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg und an der Wiener Burg. Seit 2001 ist sie in diversen Film- und Fernsehrollen zu sehen. Seit 2003 ist sie auch als Regisseurin international erfolgreich. Ulrike Grote hat bereit den ersten Band des Bis(s)-Erfolges gelesen.

von bibihexe76 veröffentlicht in: Hörbücher-Rezensionen
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Mittwoch, 26. märz 2008

Talia knabberte auf ihren Fingernägeln. Seelenwächterin. Es war das erste Mal, dass jemand sie so nannte. Es war ein guter Name. Es klang nicht nach Leid, Angst, rotem Feuer und verletzten Seelen, sondern nach Heilung und Schutz. Talia zweifelte allerdings daran, dass sie sie Bezeichnung verdiente. Vielleicht war es ein nordischer Begriff für einen Druiden oder Heiler, überlegte sie. Dennoch, der Name gefiel ihr, selbst wenn es wohl am ehesten ihre eigene Seele war, die einen Wächter benötigte.“

Talia ist ein Waisenkind und wächst bei Vebromara auf, die sich nach dem Tod ihrer Mutter Netacari bei sich aufnahm. Talia hilft in der Druidenschule und ist schockiert, als sie nach einem Überfall auf diese die zahlreichen Verletzten sieht, plötzlich hat sie eine Vision und merkt, dass sie in die Seelen der Verletzten sehen kann. Talia selbst sieht diese Gabe als Fluch an und spricht nur ungern darüber, zumal der Druide Ientus sie seit dem Vorfall meidet und niemals als Druidin anerkennen würde.

Einige Zeit später hört sie zufällig ein Gespräch zwischen dem Druiden und dem Heiler Luguaedon, indem Ientus klarmacht, dass er ein Kind mit Talia zeugen will, notfalls auch mit Gewalt. Dieses Kind würde übermächtig und zum Hohedruiden in Alte-Stadt gewählt werden. Sie erschrickt und versteht nun seine Ablehnung, da kommen ihr die kranken Söldner gerade recht, die sich in ihr Dorf schleppen und um Hilfe bitten. Atharic verbringt viel Zeit mit Talia, die zwei verstehen sich gut und so nutzt Talia ihre Chance zur Flucht, als die Söldner nach Alte-Stadt ziehen, um den dortigen Führer Caran zu beschützen. Caran ist Talias leiblicher Vater, der nach ihrer Geburt den sofortigen Tod des Kindes gefordert hat. Talia kommt trotz allem als Haushälterin in seinem Haus unter und macht sich schnell einen guten Namen dort, zumal sie seiner Frau bei der Frühgeburt des ersten Kindes hilfreich zur Hand geht und dafür sorgt, dass das Kind überlebt. Doch sie hasst ihren Vater weiterhin, kein Wunder, da sie sieht, wie liebevoll er mit dem Kind umgeht und sie töten lassen wollte. Doch nicht lange bleibt ihr Hass bestehen, schon bald schwankt sie zwischen Liebe und Hass und auf einmal steht sie vor der Wahl: rettet sie ihm das Leben oder lässt sie ihn untergehen? Wird Ientus seinen Plan trotz allem durchsetzen können? Was für eine Rolle spielt Atharic?

Sehr lebendig, in einer angenehmen Sprache, schreibt Birgit Jaeckel in ihrem ersten Roman die Geschichte der Keltin Talia, die eine besondere Gabe hat – sie kann in die Seelen anderer Menschen sehen. So ist sie eine Gefahr und wird mit Argusaugen bewacht. Die fremden Namen wirken anfangs etwas ungewohnt, doch schnell hat man sich auch daran gewöhnt und schließt Talia, Atharic und Co. schnell in sein Herz und will erfahren, was das Schicksal mit ihnen vorhat...

Die Druidin“ ist ein historisch-fantastisches Hörbuch aus der Zeit der Völkerwanderung, die Zeit der Kelten und spielt in Süddeutschland in der Gegend rund um Passau, Kelheim und Manching. Man merkt der Autorin ihre Liebe zu dieser Zeit auf jeder Seite an, durch ihr Studium der Vor- und Frühgeschichte bekam sie viele Einblicke in diese Zeit und setzt diese in einer spannenden und schön zu hörenden Geschichte um. Sie verwebt Intrigen, Lügen, politische Geschehnisse und authentische Figuren zu einem Roman, der die damalige Zeit bildhaft, farben- und detailreich vor den Augen des Hörers auferstehen lässt. Interessant stellt sie die Politik und Kriegsführung der Keltenfürsten dar und zeigt so, dass gute historische Romane nicht immer nur im Mittelalter platziert sein müssen. Der Fantasyteil der Geschichte ist angemessen und konsequent und gut umgesetzt, so dass auch Fans reiner historischer Romane sich nicht daran stören dürften.

Dana Geissler liest diese Geschichte mit sehr viel Gefühl für die einzelnen Figuren und verpasst so jedem Charakter, jeder Situation eine eigene Klangfarbe. So schafft sie die passende Atmosphäre, die den Hörer direkt in die damalige Zeit versetzt.

Die Längen des Buches fallen den Hörbuchkürzungen zum Opfer, was der Geschichte sehr gut tut. Die Geschichte gewinnt dadurch, bleibt aber verständlich und verspricht so spannende Unterhaltung, die den Hörer direkt in die Zeit der Kelten führt.

Die Druidin“ ist ein Hörbuch für alle Fans von historisch-fantastischen Romanen, die hier voll auf ihre Kosten kommen können! Viel Spaß mit Talia und ihren Kelten!


Birgit Jaeckel, 1980 geboren, hat sich mit 15 Jahren zum ersten Mal an einen Roman gewagt. Nach ihrem Abitur hat sie Ethnologie studiert. Mittlerweile arbeitet sie für den Alternativen Novelpreis. Birgit Jaeckel lebt in Erlangen. "Die Druidin" ist ihr erster Roman.

von bibihexe76 veröffentlicht in: Hörbücher-Rezensionen
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Dienstag, 4. märz 2008
Katie Carr ist Ärztin und somit ein guter Mensch, sie hilft täglich den Menschen, die in ihre Praxis kommen und so ist sie froh, sich mit dem Titel „guter Mensch“ weiterhin rühmen zu können. David ihr Mann ist Schriftsteller und arbeitet gerade an einem Roman, den seine Frau gelinde gesagt, furchtbar findet und schreibt nebenbei eine zynische Kolumne für die Lokalzeitung „Der zornigste Mann in Holloway“, was zu ihm passt, da er sehr zornig und unzufrieden ist. Katie vergisst ihr Gutmenschentum allerdings in dem Moment, in dem sie ihrem am Telefon auf einem Parkplatz beiläufig mitteilt, dass sie die Scheidung will. Sie hält es nicht mehr aus mit dem zornigsten Mann der Gegend, den nervigen Kindern, sie will ein guter Mensch sein und Gutes tun und gut leben. David, der den Schritt seiner Frau nicht ganz verstehen kann und will, versucht, die Kinder auf seine Seite zu ziehen und scheitert kläglich. Seine daraus resultierenden Rückenschmerzen versucht er bei einem Wunderheiler, DJ GoodNews, heilen zu lassen, einzig und allein mit dem Zweck, seiner Frau, die überzeugte Schulmedizinerin ist, zu ärgern. Doch wider Erwarten, wird David wirklich geheilt und auch die kleine Tochter verliert nach einem Besuch bei diesem „Zauberer“ ihre schlimme Neurodermitis. David weiß nun, dass er sein Leben völlig umkrempeln muss. Und so fängt er auch gleich mit den guten Taten an, er verschenkt einen Computer ans Frauenhaus, gibt sein gesamtes Bargeld einem Obdachlosen und spendet diesen das Essen, das eigentlich für Katies' Eltern gedacht war. Kate muss einsehen, dass dieses Verhalten wirklich Gutes ist und muss sich auf einmal entscheiden zwischen Gut und Böse, Ehemann oder Liebhaber...

Esther Schweins liest „How to be good“ fast atemlos mit viel Witz, Charme und Sympathie in der Stimme. Es macht viel Spaß, ihr zuzuhören und durch das atemlose Vorlesen kann man gar nicht aufhören mit dem Lauschen. Die Sprecherin setzt verschiedene Akzentuierungen und macht das Hörbuch so allein fast zu einem Hörspiel, so perfekt spielt sie die verschiedenen Rollen. Hornbylike mit viel Wortwitz gespickt, setzt sie diesen Humor sehr trocken um, so dass man des öfteren Tränen in den Augen hat, manchmal aber auch nicht weiß, ob man Lachen oder Weinen soll.
Viel zu lachen bietet die Geschichte jedenfalls, nachdenklich stimmt sie sowieso hier und da und gute Unterhaltung stellt sie ebenso dar - ein Hörbuch, das also viel bietet für wenig Geld!

„How to be good“ ist eine gekürzte Lesung auf vier CDs mit einer Gesamtlaufzeit von 294 Minuten.

Esther Schweins absolvierte ihre Ausbildung an der Badischen Schauspielschule in Karlsruhe sowie der Westfälischen Schauspielschule in Bochum. Bekannt wurde sie mit ihren Auftritten in der Comedy-Show RTL Samstag Nacht. Seither spielte sie in zahlreichen Kino- und TV-Filmen mit.

Nick Hornby wurde 1957 geboren. Er studierte in Cambridge und arbeitete als Lehrer, bis er direkt mit seinem Debüt, dem Fußball-Buch "Fever Pitch - Ballfieber in England" über Nacht zum literarischen Shooting-Star wurde. Mit seinem Single-Roman "High Fidelity", der bereits in Amerika verfilmt wurde, eroberte er die internationalen Bestsellerlisten und wurde mehr als einmal als "bester Autor seiner Generation" (Die Woche) gefeiert. Nick Hornby lebt mit seiner Frau und seinem Sohn im Norden Londons.
von bibihexe76 veröffentlicht in: Hörbücher-Rezensionen
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen
Dienstag, 4. märz 2008
Anne lebt nun schon seit einigen Wochen beim Geschwisterpaar Marilla und Matthew Cuthbert, alle drei haben sich sehr ins Herz geschlossen und können sich ein Leben ohneeinander nicht mehr vorstellen. Lediglich die berühmte „Busenfreundin“ fehlt Anne, eine Freundin, mit der sie über ihre Träume und Ängste reden kann, die sie mit in ihre Fantasiewelt nehmen kann. So fiebert sie dem Treffen mit Diana (Uschi Hugo) entgegen, die auf der Nachbarfarm Orchard Slope lebt und ihre Hoffnungen bestätigen sich – Diana ist wirklich die verwandte Seele, die zwei Mädchen werden schnell unzertrennlich. Doch dann passiert Anne ein fatales Missgeschick, statt Johannisbeersaft schenkt sie Diana Johannisbeerwein aus, woraufhin Dianas strenge Mutter jeglichen Kontakt verbietet. Für Anne bricht wieder einmal eine Welt zusammen, die erst wieder gerade gerückt werden kann, als Dianas kleine Schwester schwer erkrankt und nur Anne wirklich helfen kann. Das nächte Unglück naht mit Gilbert Blythe (Simon Jäger) im neuen Schuljahr. Er zieht sie wegen ihrer roten Haare auf, weil sie dem Mädchenschwarm die kalte Schulter. Grund genug für Anne ihm niemals zu vergeben. Doch kann Anne wirklich so hartherzig sein?

Der zweite Teil der Hörspielreihe um Anne auf Green Gables ist noch schöner, noch atmosphärischer, noch spannender und gleichzeitig auch noch romantischer – 66 Minuten Hörspielvergnügen vom Feinsten. Der Anspruch, den man mittlerweile an Hörspiele aus dem Hause Titania Medien legt, wird übertroffen und so bleibt nur noch das Fieber auf Teil 3 und 4, die Mitte März erscheinen.
Ein wenig schade ist die andere Melodie zu Beginn, das ist aber schon der einzige Kritikpunkt. „Verwandte Seelen“ bietet wieder eine Starbesetzung auf, Simon Jäger und Uschi Hugo kommen hinzu und ergänzen das Team hervorragend. Man merkt hier an jedem Ton, Wort und Geräusch, wie liebevoll Titania arbeitet, es sitzt einfach alles an der richtigen Stelle. Sie schaffen ein Ambiente, in das der Hörer sofort eingesogen wird und mittendrin ist auf Green Gables, mittendrin in einer nahezu perfekten Welt, direkt bei Anne und ihren Lieben.

Hoffen wir, dass Teil 3 und 4 bald erscheinen...
von bibihexe76 veröffentlicht in: Hörspiele-Rezensionen
Kommentar hinzufügen Kommentare (0)    empfehlen

Über diesen Blog

Neueste Kommentare

Profil

  • : bibihexe76
  • hoerbuchfresserin
  • : weiblich
  • : Osthessen
  • : Hörbuchfresserin, Buchverschlingerin, Ehefrau, Schwester, Freundin, Handballfan, Yogini, Literatina,
Erstellen Sie einen Blog auf de.over-blog.com - Kontakt - Nutzungsbedingungen - Werbung - Missbrauch melden